RA Bütehorn

FACHBEGRIFFE

1. ZUGEWINNGEMEINSCHAFT

Sie ist der häufigste eheliche Güterstand und gesetzlicher Normalfall.

Haben die Eheleute während der Ehe in unterschiedlichem Maße Vermögen hinzugewonnen, ist dies auszugleichen. Unter Vermögen sind zu verstehen sämtliche Werte, also neben Bankguthaben, Unternehmensbeteiligungen, Wertpapiere, Immobilien, Forderungen, Rechte, Schmerzensgelder und Lottogewinne.

Der Zugewinn ist in Geld zu zahlen.

Eigentumsverhältnisse werden nicht berührt, es sei denn, die Eheleute vereinbaren die Übertragung von Vermögenswerten, um die Liquidität zu schonen.

2. VERMÖGENSAUSEINANDERSETZUNG

Häufig, aber nicht notwendig, haben Eheleute gemeinsame Vermögenswerte wie etwa Miteigentums- oder Gesellschaftsanteile, Konten und Wertpapierdepots.

Anläßlich von Trennung und Scheidung werden diese häufig auseinandergesetzt, weil eine gemeinsame Nutzung und Verwaltung undurchführbar erscheint oder Liquidität geschaffen werden soll.

3. VERSORGUNGSAUSGLEICH

Im sogenannten Scheidungsverbund wird in der Regel der Versorgungsausgleich von Amts wegen durchgeführt. Es wird die Hälfte der Differenz der in der Ehe erworbenen Renteanwartschaften auf das Rentenkonto des versorgungsschwächeren Ehegatten übertragen.

4. UNTERHALT

Unterhaltsansprüche beruhen auf Ehe, Verwandtschaft und gemeinsamer Elternschaft. Wer nicht in der Lage ist, für sich selbst aufzukommen, ist auf fremde Hilfe angewiesen. Dies können sein minderjährige und volljährige Kinder, Ehegatten, Lebenspartner, aber auch die alten Eltern.

Unterhalt zu zahlen hat monatlich im voraus die leistungsfähige an die bedürftige Partei.

Der Ehegattenunterhalt hat sich an den ehelichen Lebensverhältnissen unter Berücksichtigung des sogenannten Halbteilungsgrundsatzes zu bemessen.

Der Kindesunterhalt orientiert sich regelmäßig an den Vorgaben der Düsseldorfer Tabelle.